Die Begleithundeprüfung

Die Begleithundeprüfung (kurz BH) ist eine Grundprüfung im Hundesport, die das Ziel hat, die Alltagstauglichkeit und soziale Verträglichkeit eines Hundes zu bewerten. Sie ist Voraussetzung, um an vielen weiteren Prüfungen und Wettkämpfen im Hundesport, wie z. B. im Agility oder Schutzhundesport, teilnehmen zu können.

Ziele der Begleithundeprüfung

  • Alltagstauglichkeit: Der Hund soll zeigen, dass er sich im öffentlichen Raum und in Alltagssituationen kontrolliert und umgänglich verhält.
  • Gehorsam: Der Hund muss grundlegende Kommandos wie Fuß, Sitz, Platz und Hier ausführen können.
  • Verhaltensprüfung: Es wird überprüft, wie der Hund auf Umweltreize (z. B. Verkehr, andere Hunde oder Menschen) reagiert.
  • Sicherheit: Es wird sichergestellt, dass der Hund keine Gefährdung für andere Menschen oder Tiere darstellt.

Voraussetzungen um zur Prüfung antreten zu können

  • Mindestalter des Hundes: 12 Monate
  • Mikrochip
  • Gültiger und vollständiger Impfausweis
  • Haftpflichtversicherung
  • Der Hund sollte zur Prüfung im gesunden und fitten Zustand antreten
  • Sachkundenachweis muss absolviert sein (pro Hundehalter ist dieser ein Mal zu absolvieren)
  • bei Rassehunden ist die Ahnentafel zur Prüfung mitzubringen

Aufgabenteile der Begleithundeprüfung

 

Unterordnung

 

Der Hauptteil der Prüfung umfasst die Unterordnung. Hier sind 3 Laufschemata zu absolvieren (siehe Zeichnung unten). Der Prüfer bewertet die Fußarbeit, die angeleint und später unangeleint wie auch in verschiedenen Tempi und Richtungswechsel erfolgt, sowie die Grundkommandos Sitz, Platz und Hier. In einer Gruppe von Menschen soll der Hund ebenso im Fuß bleiben und nicht auf den Menschen negativ reagieren. Der Hund soll mit Freude die Aufgaben mit dem Menschen erledigen. Während die einzelnen Laufschemata absolviert werden liegt ein Hund auf der Seite ohne Leine und entferntem Besitzer ab. Die Plätze werden dann getauscht sodass auch der andere Hund zum Abliegen kommt. Dabei steht der Hundeführer mit dem Rücken einige Schritte vom Hund entfernt.


Laufschema Begleithundeprüfung
Laufschema Begleithundeprüfung

Verkehrsteil / Verhaltenstest

  • Begegnung mit Fußgängern, Joggern, Radfahrern und Autos.
  • Reaktionen auf andere Hunde.
  • Verhalten bei Lärm (z. B. hupende Autos).
  • Sicheres Verhalten im Straßenverkehr.
  • Vereinsamen (sprich der Hund wird angeleint, der Besitzer entfernt sich und ein fremder Hund passiert den Weg). Der angeleinte Hund soll kein aggressives Verhalten zeigen. 

Wichtige Infos zur Prüfung und Begriffe

  • Dem Richter stellt man sich vor der Prüfung kurz vor. Zu nennen ist der eigene Name, Infos zum Hund (Rasse, Geschlecht und Name) wie die Prüfung. Der Satz kann folgendermaßen aussehen: "Hundeführerin Barbara Fink meldet sich mit der deutschen Schäferhündin Cara vom Kronberg, Rufname Ragna zur Begleithundeprüfung."
  • Das Kommando wird während der Prüfung nur ein Mal genannt. Auch der Hundename gilt als Kommando. Gültige Kommandos sind Fuß, Sitz, Platz und Hier. 
  • Es sind keine Handzeichen erlaubt. 
  • Es sind keine Leckerlis oder Spielzeuge erlaubt. 
  • Die Leine muss während dem Freifolgeteil (während der Hund abgeleint wird) sicher verwahrt werden. Das heißt die Leine muss vollständig eingesteckt werden oder umgehängt - der Karabiner schaut natürlich weg vom Hund. 
  • Korrekturen, allen voran Leinenruck ist nicht erwünscht. 
  • Bei der Menschengruppe ist kein Bedanken mehr erwünscht da dies als Bestechung gewertet werden könnte. 
  • Kein Verbales Lob während der Prüfung. 
  • Bei Verlassen des Hundes vor dem Abruf sowie Entfernen vom Sitz ist auf ein Zeichen des Richters zu warten bis man den Hund abrufen bzw. wieder zu ihm zurück gehen darf. 
  • Die Anzahl der Schritte und die Laufschemata sind selbstständig vom Hundeführer zu absolvieren und werden nicht angesagt. 
  • "Grundstellung" bedeutet dass der Hund im Fuß links neben dem Hundeführer sitzt. 
  • Das abbiegen nach links oder rechts soll im 90 Grad Winkel absolviert werden und kein Kreis entstehen ;)

Vorbereitung und Tipps

  • Chipablesen - jemand aus dem Verein wird zum prüfenden Hund herantreten und den Chip ablesen. Ein guter Tipp ist dies des Öfteren zu Hause oder am Hundeplatz mit Personen die der Hund nicht all zu nahe steht zu trainieren.  
  • Ablegen während der Prüfung - die Prüfungssituation kann nie zu 100% trainiert werden. Der Besitzer ist meist nervös, es sind viel mehr Hunde und Menschen am Platz anwesend. Der Hund soll aber die Zeit wo ein anderer Hund die Laufschemata absolviert liegen bleiben. Das kann bis zu 10 Minuten oder in Ausnahmefällen sogar länger dauern. Daher übt dies auch zu Hause oder in der Natur (bitte natürlich abgesichert) aber mit Außenreizen. 
  • Verkehrsteil - trainiert die Situation zu Hause. Fußgänger, Radfahrer, Autos usw. können bei der Prüfung eingesetzt werden. Der Hund sollte auch hier entspannt reagieren. 
  • Schritte zählen - merkt euch im Training die ungefähren Punkte wo welche Übung absolviert wurde. Die Schritte permanent mit zu zählen ist vielleicht während der stressigen Prüfungssituation nicht machbar und das gibt euch ein wenig Sicherheit. 
  • Spaß während der Prüfung - eine Prüfungssituation kann für Mensch und Hund sehr stressig sein. Oft leidet dann die gewohnte Leistung darunter. Gebt euch selbst und eurem Hund Sicherheit indem ihr einfach mit Spaß das geübte zeigt. Dann klappt es bestimmt besser als wie wenn ihr verkrampft und euer Hund dann die Sicherheit und Anleitung nicht mehr bei euch findet. Falls die Prüfung wirklich nicht bestanden wird kann man einfach nochmals antreten!
  • Üben, Üben, Üben - und das richtig.  Besser täglich nur 10 Minuten als ein Mal in der Woche eine Stunde. Dinge wie Vorsitz, Hund in die Grundstellung bringen, Ablegen oder Absetzen kann man sogar zu Hause im Wohnzimmer bei nicht viel Platz trainieren. Wichtig sind die Wiederholungen und auch den Reiz zu steigern. Das A und O im Training sind Spaß und Aufmerksamkeit. Trainiert zu Hause mit Spielzeug, Leckerli, spielt selbst mit eurem Hund. Das Wort Unterordnung ist leider ein wenig veraltet meiner Meinung nach - es wirkt ein wenig kontrollieren Streng. Dabei geht es um den Spaß mit dem Hund tolle Dinge zu erarbeiten. Das Ergebnis darf man dann bei der Prüfung präsentieren. 
  • Sofern ihr in der Vorbereitungszeit vermehrt mit Leckerlis trainiert achtet bitte auf das Gewicht eures Hundes. Das heißt wir wollen den Hund währende dem Training nicht satt füttern - also kleine Stücke (Fingernagelgroß) geben und natürlich auch von der Futterration abziehen. 
  • Verwendet das Lieblingsspielzeug eures Hundes nur während dem Training und ansonst räumt es weg. Das hält die Motivation aufrecht. 
  • Solltet ihr einen schlechten Tag haben oder selbst nicht fit sein lasst das Training ein mal ausfallen. Auch Fehler werden konditioniert! Das gilt auch für euren Hund - wenn ihr bemerkt dass er einen schlechten Tag hat gerne auch mal sein lassen und am nächsten Tag dran hängen. 
  • Übt das Laufschema, sowie die Kehrtwendung oder die Menschengruppe auch OHNE Hund. Der Ablauf muss zuerst bei euch fest sitzen bevor ihr diesen dem Hund beibringen könnt. 
  • Das Fuß gehen - bewegt euch beim Fuß gehen nicht steif oder wie ein Roboter. Leider sieht man das in der Unterordnung viel zu oft. Leider nimmt euer Hund die gespannte Haltung an und wird auch kein lockeres Fuß zeigen. Lebt vor was ihr von eurem Hund haben wollt!
  • Notfall Training einplanen - es kann sein dass im Training euer Hund beim ablegen oder absetzen nie aufsteht und bei der Prüfung er es aus Unsicherheit das erste Mal macht. Trainiert die Kommandos Sitz und Platz auch aus der Entfernung, dann habt ihr im Notfall noch einen Hebel und könnt außerdem entspannter zur Prüfung antreten. 

verfasst von Barbara Fink (c). Der Inhalt basiert auf jahrelanger Erfahrung mit Hunden und Ausbildung und wurde nicht tierärztlich oder behördlich bestätigt.